Vorwort Kapitalanlage/Investmentfonds/Vermögensverwaltung

Eine Geldanlage kann die folgenden Ziele verfolgen:

  • hohe Sicherheit

Die Geldanlage sollte möglichst sicher sein, das heißt, die Wertschwankungen und die Wahrscheinlichkeit des Verlustes des eingesetzten Kapitals sollten minimiert werden.

  • hohe Rendite

Die Geldanlage sollte einen möglichst hohen Ertrag innerhalb einer bestimmten Periode abwerfen.

  • hohe Liquidität

Die Geldanlage sollte möglichst schnell wieder zu Geld gemacht (das heißt im Allgemeinen verkauft) werden können.

  • Verantwortung

Die Geldanlage sollte ethischen Aspekten entsprechen, z. B. ökologische oder soziale Ziele verfolgen oder zumindest keine vom Anleger abgelehnten Aktivitäten finanzieren (z. B. Kinderarbeit, Rüstungsindustrie)

Die beschriebenen Ziele verhalten sich zueinander konkurrierend, das heißt es können nicht alle Ziele vollständig erfüllt werden. In diesem Zusammenhang wird zumeist von dem Dilemma des Magischen Tetraeders (früher: Magischen Dreiecks) der Geldanlage gesprochen. Zusätzlich rückt bei vielen Anlegern auch die steuerliche Situation zunehmend in den Fokus, das heißt der Einfluss der Steuer auf die gewählte Anlageform. Bei privaten Anlegern ist die Rendite nach Steuern ausschlaggebend, da Kapitaleinkünfte einkommensteuerpflichtig sind (Kapitalertragsteuer). Aktien unterliegen zum Beispiel dem Halbeinkünfteverfahren, während Fonds bei unterjährigen Verkäufen zu 100 % steuerpflichtig sind.

Beispiele für Geldanlagen mit bestimmten Zielen:

Ethische Geldanlage (Verantwortung, aber auch die Überzeugung, solche Anlagen seien langfristig erfolgreicher)

  • Diversifikation (Sicherheit)
  • Risikoklasse (hohe Rendite aber hohes Risiko gegenüber hoher Sicherheit aber niedriger Rendite)
  • Value Investment (Strategie, die mittlere Rendite mit hoher Sicherheit anstrebt)

Beispiele für Formen der Geldanlage

Es werden unter anderem die folgenden Anlage- oder Finanzprodukte angeboten:


Geldaufbewahrung und verzinste Geldanlage:

  • Bargeld in eigener Verwaltung (etwa der sprichwörtliche "Sparstrumpf", kein Anlage-/Finanzprodukt)
  • Sichteinlagen
  • Tagesgeld, Termingeld
  • Spareinlagen wie Sparbuch und Sparbriefe
  • Schatzbriefe des Bundes
  • festverzinsliche Wertpapiere
  • Pfandbriefe
  • Schuldschein oder Wechsel
  • Kapitallebensversicherungen

Beteiligungen an Unternehmen und Investitionsgütern:

  • Aktien
  • Fonds, Aktienfonds
  • Schiffsfonds
  • Immobilien

Derivate und strukturierte Finanzprodukte:

  • Hedgefonds
  • Finanzprodukte wie etwa Optionen, Futures, Credit-Default-Swaps usw.
  • Rohstoffe/Sachwerte
  • Edelholz
  • Edelsteine
  • Gold und andere Edelmetalle in Form von Barren und Anlagemünzen (etwa Krugerrand)
  • Edle Alkohole: Whiskys, Weine, Cognacs,
  • Kunstbesitz: Briefmarken, Gemälde, Teppiche, Antiquitäten
  • Immobilien

Offene Investmentfonds, Erläuterung:

Ein offener Investmentfonds, kurz als Fonds bezeichnet, ist ein Konstrukt zur Geldanlage. Eine Investmentgesellschaft (deutscher Fachbegriff: Kapitalanlagegesellschaft) sammelt das Geld der Anleger, bündelt es in einem Sondervermögen - dem Investmentfonds - und investiert es in einem oder mehreren Anlagebereichen. Die Anteilscheine können in der Regel börsentäglich gehandelt werden. Das Geld im Fonds wird nach vorher festgelegten Anlageprinzipien z. B. in Aktien, festverzinslichen Wertpapieren, am Geldmarkt und/oder in Immobilien angelegt.

Investmentfonds müssen im Regelfall bei der Geldanlage den Grundsatz der Risikomischung beachten, das heißt es darf nicht das gesamte Fondsvermögen in nur eine Aktie oder nur eine Immobilie investiert werden. Durch die Streuung des Geldes auf verschiedene Anlagegegenstände (Diversifikation) wird das Anlagerisiko reduziert.

Mit dem Kauf von Investmentfondsanteilen wird der Anleger Miteigentümer am Fondsvermögen und hat einen Anspruch auf Gewinnbeteiligung und Anteilsrückgabe zum jeweils gültigen Rücknahmepreis. Bei Offenen Immobilienfonds gilt eine juristische Besonderheit: Hier ist die Investmentgesellschaft formal Eigentümerin des Fondsvermögens, und wird deshalb als Eigentümerin der Immobilien ins Grundbuch eingetragen.

Der Anteilswert bemisst sich nach dem Wert des gesamten Fondsvermögens dividiert durch die Anzahl der ausgegebenen Anteile. Das Fondsvermögen wird professionell verwaltet und ist nach deutschem Recht Sondervermögen, das heißt die Anlagen müssen strikt getrennt von dem Vermögen der Gesellschaft gehalten werden. Diese Regelung garantiert den Vermögenserhalt auch bei Insolvenz der Kapitalanlagegesellschaft. Das Sondervermögen steigt durch neue Einlagen von Anlegern und durch Kurs-, Dividenden- und/oder Zinsgewinne bzw. fällt durch Rückerstattung von Anteilen oder Verluste.

Ein Aktienfonds ist ein Investmentfonds, der ausschließlich oder zum überwiegenden Teil in Aktien investiert. Er kann global als internationaler Aktienfonds investieren oder Aktien aus speziellen geographischen (Regionen, Länder) oder wirtschaftlichen (Branchen) Bereichen zusammenfassen. Auch die Abbildung eines bestimmten Börsenindexes ist möglich.

Als Immobilienfonds werden verschiedene Gesellschaftsformen bezeichnet, die Kapital von mehreren Anlegern bündeln, um dieses in Immobilien zu investieren. Es gibt mehrere rechtlich und wirtschaftlich verschiedene Konstruktionen, die als Immobilienfonds bezeichnet werden können:

Ein offener Immobilienfonds ist ein demnach rechtlich identifizierbares Sondervermögen, typischerweise ein Fonds, das vorwiegend oder ausschließlich aus Immobilien besteht. Offene Immobilienfonds zeichnen sich dadurch aus, dass grundsätzlich jederzeit Kapital eingezahlt und wieder entnommen werden kann. In der Regel hat ein offener Immobilienfonds eine große Zahl von Anteilseignern und investiert in eine größere Anzahl von Einzelobjekten. Man unterscheidet Publikumsfonds, die für Privatanleger konzipiert sind, und Immobilien-Spezialfonds, die sich an einen bestimmten Anlegerkreis - in der Regel institutionelle Anleger - richten.

 

Dachfonds, Erläuterung:

Als Dachfonds werden Investmentfonds bezeichnet, die das Geld der Anteilseigner wiederum in Anteilen von Investmentfonds anlegen. Die Fonds, in die der Dachfonds investiert, bezeichnet man dabei als Zielfonds. Investmentfonds, die sowohl in einzelne Wertpapiere wie Aktien oder Rentenpapiere als auch in Investmentfonds investieren, werden zuweilen in Abgrenzung zum Dachfonds auch Superfonds genannt. Daneben gibt es auch spezialisierte Dachfonds, die sich auf eine bestimmte Asset-Klasse oder ein bestimmtes Thema konzentrieren. Dazu gehören u.a. Dach-Hedgefonds.

Grundsätzlich stehen einem in Deutschland zugelassenen Dachfonds alle ebenfalls in Deutschland zugelassenen Investmentfonds offen, die nicht selbst Dachfonds (Vermeidung von Kaskadeneffekten), Spezialfonds oder geschlossene Fonds sind. Ein einzelner Zielfonds darf einen Anteil von 20 % des Gesamtvermögens des Dachfonds nicht überschreiten. Außerdem darf ein Dachfonds nicht mehr als 10 % der Anteile am Vermögen des Zielfonds halten. Diese Einschränkungen sind auch als Lehren aus dem Zusammenbruch des ersten Dachfonds FOF (Fund Of Fonds), der 1962 durch die Gesellschaft Investors Overseas Services (IOS) aufgelegt wurde, zu verstehen. In den 1970er Jahren ging der FOF aufgrund von Verschleierung, Veruntreuung und einer Art Schneeballsystem insolvent. Nach diesen Ereignissen wurden Dachfonds in Deutschland verboten und erst im 3. Finanzmarktförderungsgesetz vom 1. April 1998 neu geordnet.

 

Geschlossene Fonds, Erläuterung:

Bei den geschlossenen Fonds kann in der Regel, anders als bei offenen Investmentfonds, nur in einem bestimmten Platzierungszeitraum investiert werden, danach wird der Fonds geschlossen. Der Erwerber eines Anteils an einem geschlossenen Fonds wird Unternehmer (in der Regel Kommanditist) mit entsprechenden Chancen und Risiken.

Gängige Investitionsgüter für geschlossene Fonds sind neben Immobilien beispielsweise auch Schiffe (Schiffsfonds) und Anlagen zur Produktion regenerativer Energien (zum Beispiel Windkraftanlagen). Diese werden wegen ihrer Anlageschwerpunkte auch "alternative Anlagen" genannt. Außerdem gibt es geschlossene Fonds, die in Zweitmarkt-Kapitallebensversicherungen investieren, und schließlich sind auch die Venture-Capital oder Private-Equity-Gesellschaften zu erwähnen. Bis zu einer steuerlichen Änderung im Jahre 2005 waren auch Filme (Medienfonds) ein gängiges Investitionsgut. Im Jahr 2010 sind laut Branchenverband VGF Verband Geschlossene Fonds e.V. 10,8 Mrd. € in geschlossene Fonds investiert worden; 5,8 Mrd. € davon sind Eigenkapital, sprich von Anlegern eingesammelte Anlagebeträge.

Da der Markt der geschlossenen Fonds außer der Prospekthaftung keiner staatlichen Kontrolle unterlag, sprach man hier auch vom grauen Kapitalmarkt. Als Kontrollinstrument mittlerweile durchgesetzt hat sich der Prospektierungsstandard gemäß IDW (Institut der Wirtschaftsprüfer), der sich bei geschlossenen Fonds IDW S4 nennt. Zudem muss jeder Initiator geschlossener Fonds vor Vertriebsstart eine Prospektgenehmigung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) einholen, die jedoch lediglich attestiert, dass die Prospektierung formgemäß erfolgt ist. Eine betriebswirtschaftliche Prüfung erfolgt nicht durch die BaFin.

 

Geschlossene Immobilienfonds

Beim geschlossenen Immobilienfonds investiert der Kapitalanleger in Immobilien, in der Regel in Gewerbeimmobilien wie Büro- oder Einzelhandels-, Logistik-, aber auch Wohnobjekte. Er ist damit Mitinhaber, also Unternehmer, mit entsprechenden Risiken, aber auch allen Chancen des Marktes. Steuerlich liegen meist Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung (§ 21 EStG) vor.

Die einzelnen Immobilien werden in einem Emissionsprospekt ausführlich dargestellt, was dem Anleger - im Gegensatz zum offenen Immobilienfonds - eine transparente Investitionsentscheidung ermöglicht. Bei Erreichung der geplanten Investitionshöhe wird der Platzierungszeitraum beendet, das heißt, es werden keine weiteren Gelder mehr eingeworben und der Anlegerkreis ist damit definiert. Im Fachjargon heißt das: Der Fonds wird geschlossen.

Geschlossene Immobilienfonds haben in der Regel die Rechtsform einer Kommanditgesellschaft (KG), seltener die einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR). Der Anleger wird Gesellschafter, bei der KG also Kommanditist, seine Haftung ist dann auf die geleistete Einlage beschränkt.

 

Vermögensverwaltung für Privatpersonen:

Privatpersonen können auf Vermögensverwalter zugreifen. Die Vermögensverwalter optimieren und pflegen die Anlagen im Sinne des Kunden. Im Gegensatz zu Fonds wird ein Portfolio gemäß den persönlichen Bedürfnissen zusammengestellt. Hierbei werden auch Aspekte wie die individuellen Wertvorstellungen berücksichtigt (z. B. Wertpapiere von Rüstungsbetrieben ausgeschlossen).

Wohlhabende Privatpersonen engagieren einen Vermögensverwalter, wenn die Betreuung des Vermögens zu viel Zeit in Anspruch nimmt oder der Eigentümer sich die nötigen Kompetenzen nicht aneignen will. Zu beachten sind etwaige Mindestanlagesummen, welche einige Verwaltungen als Einstiegskriterium definiert haben.

Im Gegensatz zur Vermögens- oder Anlageberatung werden bei der Vermögensverwaltung nicht nur Anlageratschläge erteilt, sondern Anlageentscheidungen auch eigenständig durch den Vermögensverwalter getroffen. Im Mittelpunkt dieses Geschäftsfeldes steht die Verwaltung bedeutender privater und institutioneller in- und ausländischer Vermögen ("Assets") verschiedener Anlagenklassen (Aktien, Renten, Immobilien und Liquidität). Ziel der Vermögensverwaltung ist es dabei, das Vermögensportfolio des Kunden unter Berücksichtigung seiner spezifischen Risikosituation und -freudigkeit sowie seiner Lebensplanung zu optimieren.

Unsere Spezialisten beraten Sie unabhängig und objektiv in allen Fragen rund um das Thema Kapitalanlagen und begleiten Sie auf Wunsch bei Ihrer persönlichen Vermögensverwaltung!

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