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Krankenkassen-Leistungen: Privatversicherte haben oft nur mangelhaften Schutz

So titelte SpiegelONLINE jüngst am 10.06.2012.

Was die Medien sagen und was wir als Versicherungsmakler dagegen tun, lesen Sie im folgenden Artikel:

Rund zehn Millionen deutsche Privatpatienten genießen Besserbehandlung und Sonderstatus, glauben viele Menschen in Deutschland. Doch SpiegelONLINE greift eine Studie des Kieler Gesundheitsökonoms Thomas Drabinski und einer Frankfurter Beraterfirma auf, die gemeinsam festgestellt haben, dass die rund zehn Millionen Privatversicherten mit "teils existenziellen Leistungsausschlüssen im Krankheitsfall" konfrontiert seien. Serviceangebot:

Versicherungsmakler sind ihren Kunden gegenüber verpflichtet, sie bedarfsgerecht zu versichern. Somit erfolgt vor jeder Vertragsaufnahme eine eingehende Beratung über den erforderlichen Versicherungsumfang. Dabei spielen die im Video (rechts) dargestellten Voraussetzungen eine wichtige Rolle.

Wie Dieter Gorr aus Frankfurt erklärte, "leisten mehr als 80 Prozent der Tarifsysteme der privaten Krankenversicherung weniger als die gesetzliche Krankenversicherung." Dabei gehe es um Angebote, die in der gesetzlichen Krankenversicherung fest verankert seien, wie etwa die häusliche Krankenpflege oder sogenannte Hilfsmitteldeklarationen ohne Einschränkungen.

Grundlage der Studie bildeten 85 Tarifbestandteile, die sich am Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung orientiert haben. Darüber hinaus wurden in die Liste zusätzliche Angebote der privaten Kassen wie privatärztliche Versorgung, Brillen oder Kontaktlinsen, für die gesetzlich Versicherte keine Ersatzleistung erhalten. Gefragt waren 32 private Krankenversicherer, deren insgesamt 208 Tarifwerke mit 1567 Kombinationen untersucht wurden.

Es leidet die Qualität, denn es geht nur um den Preis

Das schockierende Ergebnis zeigt, dass kein Produkt alle 85 Kriterien erfüllte. Daraus folgerte die Studie, dass die Tarife nicht bedarfsgerecht für Endkunden entwickelt wurden. Weiter hieß es, dass sämtliche Vergleichsergebnisse unter der Prämisse eines guten Abschneidens bei Preisvergleichen zu Stande kamen.

Für die beste private Krankenversicherung ist Eigeniniative gefragt!

Wer eine private Krankenversicherung abschließen möchte, hat die Qual der Wahl aus über 40 Gesellschaften und mehr als 25.000 möglichen Tarifkombinationen. Ein Vermittler, der da behauptet, für einen Kunden "den besten Tarif" anzubieten, sollte argwönisch beäugt werden. 

Es geht um den Preis, nicht um die Qualität

Grundlage der Studie waren 208 Tarifsysteme mit insgesamt 1567 Kombinationen. Das Ergebnis: Kein Produkt konnte alle 85 Kriterien erfüllen. "Tarife wurden nicht bedarfsgerecht für Endkunden entwickelt", heißt es in der Studie, "sondern unter der Prämisse", wie sie bei Preisvergleichen "abschneiden würden". Als auffällig befanden die Autoren, dass viele Versicherungen Anschlussheilbehandlungen, Psychotherapien oder wichtige Hilfsmttel nur eingeschränkt übernehmen würden.

Prompt meldete sich die Politik in Person von Jens Spahn, dem gesundheitspolitischen Sprechers der Union zu Wort: "Die Branche sollte sich auf einen Mindestversicherungsschutz einigen", lautete seine Stellungnahme. Auch die Versicherungsbranche selbst formulierte es ähnlich. So sagte ein führender Versicherungsmanager: "Wir brauchen einen Mindeststandard in den Bereichen, die für die Menschen oftmals erst im fortgeschrittenen Alter relevant werden. Viel zu lange wurden die Produkte zu oft nur über den Preis verkauft und nicht über die Qualität. Das hat dazu geführt, dass Billigtarife mit teils drastischen Leistungsausschlüssen auf dem Markt sind.

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Pflegefall: Wichtige Infos zu Versicherungen und Kosten

Jeder Pflegefall ist ein Schicksalsschlag sowohl für den Betroffenen selbst, als auch für seine Familie. Rund 2,4 Millionen Pflegefälle sind in Deutschland offiziell registriert, jedoch ist diese Zahl unter Berücksichtigung der Dunkelziffer noch deutlich höher. Die immer weiter steigende Lebenserwartung der Menschen verschärft das Problem. Die staatliche Hilfe in Form der gesetzlichen Pflegeversicherung bietet lediglich eine Grundsicherung. Weil die tatsächlichen Kosten jedoch deutlich höher sind, kommt niemand an einer privaten Vorsorge vorbei, will man sein Vermögen behalten und seinen Kindern nicht zur Last fallen.

Seinen Beginn hat die gesetzliche Pflegeversicherung 1995 und wird von der gesetzlichen Krankenversicherung organisiert. Auch für privat Krankenversicherte besteht die Pflicht, eine Pflegeversicherung abzuschließen. Die Leistungen sind für alle gleich, egal, ob privat oder gesetzlich versichert. Wer kinderlos ist, muss einen höheren Beitrag leisten.

Es gibt drei Kategorien, nach denen Leistungen aus der Pflegeversicherung erbracht werden:

Nicht professionelle häusliche Pflege (z. B. durch Familie, Freunde). Je nach festgestellter Pflegestufe wird ein monatliches "Pflegegeld" gezahlt. Dem Pflegebedürftigen steht es frei, das Pflegegeld an die Pflegekraft weiterzugeben. Die private Pflegekraft erwirbt höhere Ansprüche an die Rentenkasse.

Professionelle häusliche Pflege durch ambulante Pflegedienste. Auch hier wird in Abhängigkeit von der festgestellten Pflegestufe ein Beitrag als "Sachleistung" gezahlt und dient zur Begleichung eines Teils der Kosten des Pflegedienstes.

Stationäre Pflege in einem Pflegeheim: Die Pflegeversicherung zahlt je nach festgestellter Pflegestufe einen Höchstbetrag zu den im Pflegeheim anfallenden Kosten.

 Die geänderten Pflegesätze 2012:

Ab Beginn 2012 wurden die Leistungen der gesetzliche Pflegeversicherungen angehoben, teilweise bis zu 40 Euro im Monat (480 € im Jahr) je einzelner Pflege-Stufe. Hier finden Sie eine Übersicht, wie viel Geld Ihnen im Pflegefall zusteht, die Pflegeversicherungen seit diesem Jahr je Pflegestufe zahlen müssen.

 Pflege zu Hause ist deutlich teurer als bei professioneller Anspruchnahme

Die Stiftung Warentest hat ermittelt, dass die tatsächlichen Kosten einer privaten häuslichen Pflege erheblich höher sind, als bei einer stationären Versorgung in einem Pflegeheim. Mit folgenden Zusatzkosten muss laut Stiftung Warentest gerechnet werden:

Pflege zu Hause:

Pflegestufe I     500 Euro
Pflegestufe II    1.200 Euro
Pflegestufe III   2.200 Euro

Pflege im Heim:

Pflegestufe I      700 Euro
Pflegestufe II     900 Euro
Pflegestufe III  1.200 Euro

 
Wer trägt die Zusatzkosten?

Die Differenz zwischen Pflegeversicherung und tatsächlich aufzubringenden Kosten ist hoch und kann nur durch größeres privates Vermögen aufgebracht werden oder durch eine private Vorsorge im Pflegefall. Während jedoch das private Vermögen aufgezehrt wird und die Pflegeleistung danach nur noch auf niedrigem gesetzlichen Niveau fortsetzen lässt, zahlt eine private Vorsorge lebenslang.

Pflegekosten: Drei Varianten der privaten Pflegevorsorge

Mittlerweile weiß jeder, dass die Kosten für einen Pflegefall erheblich sind. Die Belastungen für den eigenen Geldbeutel und für die Familie sind bei einem Pflegefall hoch und können auch nicht auf Andere, wie z. B. den Staat, abgeschoben werden. Nahe Verwandte sind gesetzlich verpflichtet, sich gegenseitig zu helfen und zwar mit ihrem gesamten nicht-pfändbaren Vermögen. Zunächst springt zwar das Sozialamt ein - holt sich das Geld aber bei den Angehörigen zurück. Vorsorge ist somit besser als sein Vermögen für private Pflege auszugeben oder seine engsten Angehörigen zu belasten.

Diese drei Varianten stehen dafür zur Verfügung:

Die Pflege-Rentenversicherung

Die Pflege-Rentenversicherung ist an eine Lebens- oder private Rentenversicherung angebunden. Man rechnet für einen jungen Mann mit etwa 20 Euro monatlich für 1.000 Euro Monatsrente. Dazu kommen noch die Beiträge zur Lebens- bzw. privaten Rentenversicherung. Das Problem dieser gebündelten Verträge liegt in der unkalkulierbaren Zukunft. Wird man berufsunfähig oder arbeitslos, kann man die Beiträge oft nicht mehr leisten und verliert dann u. U. den gesamten Versicherungsschutz.

Die Pflegekosten-Versicherungen

Mit dieser Absicherung werden die nachgewiesenen Kosten übernommen, die über die Erstattung der gesetzlichen Pflegeversicherung hinaus gehen. Die Leistungszusage kann daraus bestehen, dass die Leistungen der Sozialversicherung verdoppelt werden, maximal jedoch bis zu den maximal entstandenen Kosten. Oder sie füllt den prozentualen Anteil auf, den die gesetzliche Sozialversicherung nicht übernimmt. Vorteil einer prozentualen Regelung besteht darin, dass immer 100 Prozent gezahlt werden - heute oder in 20 Jahren.

Die Pflege-Tagegeldversicherung

Die Versicherung zahlt für jede Pflegefall-Tag einen fest vereinbarten Tagessatz, also z. B. 50 €. Nutzt man diesen Betrag nicht ganz aus, kann man ihn beliebig für andere Zahlungen oder Anschaffungen verwenden. Steigen die Pflegekosten, könnte dieser Betrag irgendwann jedoch zu niedrig sein. Augenmaß ist daher gefordert und die verfügbare Summe muss von vorne herein richtig bemessen sein.

Hier ist eine vorhergehende intensive Beratung erforderlich, um die Zukunftsszenarien zu besprechen. Denn bei einigen Versicherern gibt es bei der Einstufung in die "Pflegestufe 1" keinerlei Leistungen, obwohl die meisten Pflegefälle dort eingestuft werden. Teilweise gibt es Abschläge, wenn bestimmte Voraussetzungen nicht erfüllt werden. Am besten vermeidet man Ärger und Verdruss, wenn die Einstufung der privaten Pflegeversicherung analog der gesetzlichen Pflege anerkennt.

Die Einstufung in die anwendbare Pflegestufe wird vom "Medizinische Dienst" (eine Organisation der gesetzliche Krankenkassen) oder durch die Firma Medicproff (eine Organisation der private Krankenversicherungen) festgelegt.


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Wohngebäudeversicherung: Nicht jedes Wasser im Gebäude ist ein versicherter Wasser- oder Sturmschaden!

Oft werden Schäden eingereicht, die nicht versichert sind. Und was versichert erscheint, ist bei näherer Betrachtung ausgeschlossen.

Das Landgericht Dortmund gab jetzt einer Versicherung Recht, die keinen Wasserschaden durch Hagelkörner ersetzen wollte.

Nicht immer, wenn Wasser ins Gebäude eindringt und Schäden verursacht, kann die Wohngebäudeversicherung herangezogen werden. Diese Erfahrung machte jetzt ein Versicherter eines Wohngebäudes, vor dessen Haus ein Gully durch Hagelkörner verstopft wurde und in dessen Folge eine Überschwemmung Schäden am Haus verursachte. Denn nach den Hagelkörnern folgte starker Regen, der nicht ablaufen konnte. Die Versicherung verweigerte den Schaden mit dem Verweis darauf, dass "keine direkte Einwirkung auf das Gebäude stattgefunden" habe. Hätten die Hagelkörner beispielsweise Schäden am Dach verursacht oder Scheiben eingeschlagen und es hätte in der Folge hineingeregnet, wäre der Schaden versichert gewesen.

Der Versicherungsnehmer war  mit der Regulierung der Versicherung nicht einverstanden und klagte. Das Landgericht Dortmund entschied jedoch zu Gunsten der Versicherung, die mangels direkter Einwirkung auf das Gebäude keine Kosten zu tragen hat. Denn da keine direkte Einwirkung auf das Wohngebäude nachweisbar war, fehlte es an der Voraussetzung einer Ersatzleistungaus der Wohngebäudeversicherung und der Versicherte ging leer aus.


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Quads - Fahrspaß mit richtigem Versicherungsschutz und notwendigem Führerschein!

Irgendwo zwischen Auto und Motorrad angesiedelt sind diese vierrädrigen Freizeitvehikel gerade  Sommer sehr beliebt und bevölkern Deutschlands Straßen.

Wer sich draufsetzen will, sollte den richtigen Führerschein besitzen und die richtige Versicherung abschließen.

Wenn die Sonne scheint und die Temperaturen steigen, sind manche Nachbarn nicht mehr zu bändigen: Dann wird der offene, luftige und knatternde Fahrspaß aus der Garage geholt und ab geht's in die Natur.

Um ungetrübten Fahrspaß zu haben, sollte man jedoch ein paar kleine, aber wichtige Details beherzigen, um auch nachhaltig Freude am Fahren unter freiem Himmel zu haben.

Hier ein paar Antworten auf wichtige Fragen rund um Versicherungsschutz und Führerschein:

Welchen Führerschein Sie benötigen, hängt von der Einstufung des Quad bei der Zulassung ab. Wichtige Merkmale dabei sind das Fahrzeuggewicht, die Fahrleistung und der Gebrauchszweck. So braucht der Fahrer eines "All Terrain Vehicles (ATV)", das als "Leicht-Kfz bis 45 km/h" eingestuft wird, nur die Führerscheinklasse S, die bereits mit 16 Jahren bzw. gemeinsam mit dem PKW-Führerschein erworben werden kann.

In diesem Fall reicht ein Versicherungskennzeichen aus und man ist von der Steuer befreit.

Auch dann, wenn das Quad als "land- und forstwirtschaftliche Zugmaschine" eingestuft ist und der 16-jährige Fahrer die Fahrerlaubnis "L" (Landwirtschaft) besitzt darf das Spaßmobil gefahren werden. Wer den PKW-Führerschein erwirbt, sollte darauf achten, auch den Bereich "L" zu beantragen und freischalten zu lassen.

Wenn es sich bei dem Quad jedoch um ein "vierrädriges Kraftfahrzeug zur Personenbeförderung bis 400 kg Leergewicht und bis 15 kW" oder um ein "vierrädriges Kraftfahrzeug zur Güterbeförderung bis 550 kg Leergewicht und bis 15 kW" handelt, ist zwingend die "Fahrerlaubnis Klasse B" für PKW erforderlich und unterliegt der Steuerpflicht.

Mit gedrosselter Leistung fahren...

Obwohl das Fahrzeug speziell für den Einsatz im Gelände entwickelt wurde, ist das Befahren auf Forstwegen und und in der freien Natur in Deutschland meist verboten. Auch die Leistung wird meist gedrosselt und man ist gut beraten, diese nicht zu erhöhen, denn der Verlust des Versicherungsschutzes ist meist die Folge. Leider wird diese Warnung gerade von Tuningfreaks nicht beachtet, die die ursprüngliche Leistung wieder herstellen und sich dadurch strafbar machen.

Quads sind für den Einsatz auf öffentlichen Verkehrswegen ausgerichtet und unterliegen sowohl für Fahrer, als auch für Beifahrer der Helmpflicht. Obligatorisch sind auch Warndreieck, Verbandskasten und Warnweste mitzuführen.

Wie auch bei allen Motorrädern gilt, dass Fahrer und Beifahrer nur "die Nase als Knautschzone" besitzen. Daher sollte neben der verpflichtenden KFZ-Haftpflichtversicherung stets auch eine private Unfallversicherung abgeschlossen werden.


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KFZ-Unfall mit Kuh: Kein Schadenersatz

Autofahrer haben keinen Anspruch auf Schadensersatz, wenn sie einen Verkehrsunfall mit einem Nutzvieh erleiden.


Wie ein aktuelles Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Schleswig-Holstein zeigt, haftet der Halter der Kuh nur in Ausnahmefällen ( OLG Schleswig, AZ: 7 U 13/08)

Die Schleswiger Richter urteilten im verhandelten Fall über den Halter eines trächtigen Jungrindes, das einen Weidezaun durchbrochen und einen Verkehrsunfall mit einem Auto verursacht hatte. Der Fahrzeughalter verklagte den Rinderhalter auf Schadenersatz und begründete dies wegen unzureichender Sicherungsmaßnahmen auf der Weide. Die Klage wurde vom Gericht abgewiesen. Die Richter begündeten dies mit dem Hinweis auf einen gesetzlichen Haftungsausschluss des Bauern.

Diesen "gesetzlichen Haftungsausschluss" sieht das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) nur für Haustiere vor, die aus Berufsgründen gehalten werden. Eine Haftungsumkehr gibt es nur dann, wenn der Schaden auch bei ausreichender Aufsicht entstanden wäre, was hier der Fall war. "Auch ein vorschriftsmäßiger Zaun hätte das Jungrind nicht zurückhalten können" meinten die Schleswiger Richter.


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Altersarmut kommt garantiert - durch Inflation

Wie eine aktuelle Statistik der Regierung zeigt, verlieren Rentner zunehmend an Kaufkraft.

Daher warnen Experten schon länger davor, dass die Altersarmut in Deutschland langfristig deutlich ansteigen wird und immer mehr alte Menschen Sozialleistungen werden beantragen müssen.

Dokumente des Arbeitsministeriums zeigen, dass die Kaufkraft der Renten in den vergangenen zehn Jahren erheblich geschrumpft ist. So liegen der Süddeutschen Zeitung Zahlen vor, nach denen die Renten durchschnittlich 0,99 Prozent stiegen, während die Inflationsrate im Vergleichszeitraum um 2,3 Prozent gestiegen ist.

Weiter berichtet die Süddeutsche Zeitung, dass die Preise zwischen 2001 und 2010 im Durchschnitt um 1,36 Prozent gestiegen sind, während die gesetzlichen Altersbezüge während dieser Zeit um 0,82 Prozent jährlich angehoben wurden. Zieht man die Beiträge von Kranken- und Pflegeversicherung ab, vermindert sich das Plus auf lediglich 0,56 Prozent im Jahr. Bei der Abwägung der einzelnen Prozentsätze kommt ein um sieben Prozent geschmälerter realer Wert während des Zeitraums von zehn Jahren zu Stande - also: Die Renten sind definitiv in ihrer Kaufkraft geschrumpft.

Bereits jetzt warnen Politiker vor einer sich abzeichnenden Altersarmut. Bliebe es bei diesem Sinktempo, würde die Durchschnittsrente in zehn Jahren unterhalb der Grundsicherung liegen, die 2009 etwa 658 Euro monatlich betrug. Die Bundesregierung erklärt, dass sich die jährliche Anpassung der Renten an der Lohnentwicklung orientiere und nicht an der Preisentwicklung. Auch die Anpassung der Löhne aller Beschäftigten seien von der Inflation betroffen.

Bereits jetzt sind immer mehr alte und kranke Menschen auf staatliche Sozialleistungen angewiesen. Allein zwischen 2003 und 2009 stieg die Anzahl erwerbsgeminderter Personen unter 65 Prozent um 325.000 (etwa um 74 Prozent) auf insgesamt knapp 764.000. Bei den Hilfebedürftigen ab 65 Jahre stieg die Zahl um 55 Prozent auf rund 400.000.


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Lebensversicherungen, Aktien, Gold, Immobilien oder Tagesgeld: Strategien, mit denen Kapitalanleger durch die Krise kommen

Der Blick nach unten ist momentan der einzige, den die Börsenkurse kennen. Kleinanleger und Sparer fürchten zu Recht um ihre Notgroschen für schlechte Zeiten.

Ein Überblick zeigt die Möglichkeiten und Risiken der einzelnen Anlageklassen.

Lebensversicherung

Der Klassiker unter den Sparformen bietet Sparen und Risikovorsorge in einem Vertrag. Nicht zuletzt deshalb gibt es rund 90 Millionen Lebensversicherungsverträge in Deutschland und wird von Vielen zur Altersvorsorge genutzt. Früher durften die eingesammelten Gelder nur "mündelsicher" angelegt werden, doch jetzt dürfen auch Aktien in die Kapitalanlagen fließen. Allerdings entfallen nur 5 Prozent der Kapitalanlage auf diesen spekulativen Baustein. Damit ist die Lebensversicherung weitestgehend geschützt, aber dennoch schlagen diese fünf Prozent durchaus im Geschäftsergebnis zu Buche, wie auch ausländische Staatsanleihen an der Rendite kratzen, wenn sie abgeschrieben werden müssen. Das ist jüngst der Allianz und Munich Re (früher Münchener Rück) passiert, die auf ihre Griechenland-Papiere zuletzt dreistellige Millionen-Beträge abschreiben mussten. Fallen weitere Länder aus, wie es bei Spanien und Italien nicht auszuschließen ist, geraten die Versicherungen durchaus ebenfalls in Bedrängnis. Dennoch bleibt die Lebensversicherung eines der sichersten Kapitalanlagen - und das hat seinen Preis in Form geringer Renditen.

Kunden mit älteren Policen sollten der Versuchung widerstehen, ihr Police jetzt zu kündigen, denn die Kapital-Lebensversicherung bringt die höchste Rendite erst am Schluß. Dann sind die Provisionen der Verteter aus den ersten fünf Jahren Vertragslaufzeit bereits lange abgegolten und die Endüberschussanteile zum Vertragsende werden fällig - aber nur, wenn der Vertrag auch bis zum Ende bedient wird. Allerdings bekommen Kunden mit Neuabschlüssen ab 2012 nur noch 1,75 Prozent Rendite auf ihre Verträge, so dass schon heute über eine Neuordnung der Alters- und Hinterbliebenenversorgung nachgedacht werden sollte.

Fondsgebundene Lebensversicherung

Bei fondsgebundenen Lebensversicherungen können die Gelder in Aktienfonds investiert werden. Diese sind dann natürlich von den Schwankungen an den Börsen anders betroffen, als die klassische Lebensversicherung. Und nicht alle Produkte garantieren einen bestimmten Garantiezins am Ende der Laufzeit.

Eine gewisse Entspannung kann derjenige erwarten, dessen Vertrag noch länger läuft. Durch die Vereinbarung eines festen monatlichen Zahlbetrags können bei niedrigen Aktienkursen mehr Aktien erworben werden und mit ihrem Steigen steigt auch der Gesamtwert des Depots und sorgt somit für eine höhere Rendite. Dieses Verfahren kommt auch den "normalen" Fondssparern zugute.

Aktien

Wer Aktien bei sinkenden Kursen verkauft, erleidet schmerzhafte Verluste, weil er durch den geringeren Verkaufspreis (gegenüber dem Einkauf der Papiere) Geld verlieren kann und an späteren Kurssteigerungen nicht mehr teilnimmt. Wer bei schlechten Kursen Aktien verkauft und dabei Geld verliert, hat danach noch ein weiteres Problem: Wohin jetzt mit dem Geld? Wählt man eine andere Form der Geldanlage, ist dies meist mit Kosten verbunden und diese schmälern die ohnehin gesunkene Rendite noch weiter. Wer sein Geld nicht dringend und sofort braucht, sollte ohnehin den Langlaufeffekt nutzen, nach dem sich die Kurse seriöser Aktien meist wieder erholen, statt sie mit Verlust zu verkaufen. Kann man auf sein Geld nicht verzichten und würde sogar im Plus verkaufen, sollte man es natürlich besser tun.Niemand kann seriös voraussagen, wie lange eine Kursralley nach unten bzw, wie lange die Nervosität an den Märkten insgesamt andauert.

Wie auch immer günstige Einstiegskurse proklamiert werden - niemals sollten Aktien auf Pump gekauft werden, denn dazu ist das Spekulationspotenzial und damit das Verlustrisiko zu hoch.

Gold

Wer im Herbst 2010 mit Goldkauf eingestiegen ist, hat sein Kapital mittlerweile fast verdoppelt. Und der Preis steigt immer noch, ist momentan bei rund 1.700 US-Dollat je Feinunze Gold. Und obwohl die Inflation dem Gold nichts anhaben kan, ist es für den durchschnittlichen Anleger keine Alternative - schon gar nicht, wenn das gesamte Kapital in dieses Edelmatall investiert wird. Und so rät die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen auch davon ab, es als wichtigstes Anlageprodukt zu betrachten. Sie sei aber auch nicht dagegen, Gold zu besitzen. Wer jetzt erwägt, darin zu investieren, sollte sehr vorsichtig sein, weil es nach wie vor hochspekulativ ist und niemand weiß, wann das Ende des Booms erreicht ist.

Zudem erfolgt der Handel mit Gold in Dollar, der momentan ein recht aufregendes Dasein führt und somit noch mehr zum Währungsrisiko wird, als in den Jahren zuvor. Geht also der Dollarkurs nach unten, sinken auch die Kurse des Edelmetalls. Umd im Gegensatz zum Tagesgeld oder Bundesschatzbrief wirft Gold keine Zinsen ab.

Am Ende kostet auch die Lagerung Ihres Schatzes Geld. Entweder als Schließfach bei der Bank mit seinen rund 40 Euro Jahresgebühren oder als Sicherheitsfaktor in Ihrem Haus: Ihr Reichtum könnte gestohlen werden.

Immobilien

Eine Immobilie in Form eines Hauses oder Eigentumswohnung hat auch den Beinamen "Betongold" und gilt als krisensicher. Als Sachwertanlage ist das meist auch der Fall und zudem nicht von der Inflation betroffen. Doch auch dieses Investment ist nicht risikolos: Angefangen vom Zustand der Immobilie, möglichem Renovierungsstau bis hin zur Lage: diese Kriterien müssen optimal erfüllt werden, damit der Wert des Gebäudes steigt oder im ungünstigsten Fall stabil bleibt. Obwohl die Darlehenszinsen heute immer noch sehr niedrig sin, lauern hier Gefahren bei einer späteren Anschlußfinanzierung, wenn nämlich der Darlehenszins wieder deutlich angestiegen sein sollte.

Da es aber gerade in den Ballungszentren in guten Lagen einen erheblichen Nachfrageüberhang gibt, steigen dort auf breiter Front die Preise. Viele Anleger treibt die nackte Angst vor Verlust in den Erwerb von Eigentumswohnungen oder Häuser. So liegt in der bayerischen Landeshauptstadt München der Kaufpreis für eine Mehrfamilienimmobilie zwischen dem 21 - bis 25-fachen der Nettokaltmiete. In besonders begehrten Stadtteilen fordern Verkäufer von Mehrfamilienhäuser sogar noch höhere Preise, während die Branche im Durchschnitt nur mit dem 10- bis 20-fachen einer Kaltmiete rechnet.

Tagesgeld/Sparbuch

Die meisten Deutschen besitzen sie: Die Tagesgeldkonten oder Sparbücher als beliebteste Anlageform. Durch die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 Euro besteht ein gewisser Schutz, der durch besonders niedrige Guthabenzinsen erkauft wird. Aktuell gibt es bei Tagesgeld nur etwa 1,5 Prozent, was dem verhältnismäßig niedrigem Risiko dieser Anlageform entspricht.


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Versicherungspolicen für den Betrieb - Risk-Management für den Ernstfall

Es ist kein Geheimnis, dass sich auch kleine wie große Betriebe richtig versichern müssen. Doch immer noch gibt es viele Geschäftsinhaber, die die Risiken für den Betrieb nicht in vollem Umfang sehen und daher kein ausreichendes Risk-Management betreiben. Wenn Lücken erst im Schadensfall sichtbar werden, ist es schon zu spät.

Versicherungsmakler haben die Überblick nicht nur über die verschiedenen zu versichernden Bereiche, sondern auch über diejenigen Versicherungsgesellschaften, die den richtigen Versicherungsschutz preiswert anbieten.

Täglich lesen wir von Feuersbrünsten in Reifenhallen, bei Altpapierverwertungen oder in Lebensmittelgeschäften. Die Feuerwehr rückt an und nach dem Löschen des Feuers folgen die Bulldozer und die Bauschuttcontainer, die den kontaminierten Müll entsorgen. Anschließend passiert erst einmal gar nichts, bis das erste Schild mit den Firmen aufgestellt werden, die den Neubau hochziehen sollen. Am Ende gibt es (wahrscheinlich) eine große Eröffnungsfeier mit Hüpfburg, Clowns und Geschenke für die Kinder. Den wenigsten Passanten fällt auf, was sich in der Zwischenzeit getan hat. Wo kaufen die Menschen jetzt ein, die bisher im ausgebrannten Lebensmittelmarkt eingekauft haben? Ob die wohl wiederkommen? Oder die ausgebrannte Druckerei, die jetzt keine Aufträge mehr abarbeiten kann. Kommen die Kunden wieder, wenn die Werkshallen wieder aufgebaut sind?

Während sich manche Geschäftsinhaber freuen, endlich wieder alles neu zu bekommen, ist es für andere Geschäfte oder Branchen eine Katastrophe, wenn sie ihre Kunden nicht mehr bedienen können. Im Rahmen der bestehenden betrieblichen Versicherungen werden entstandene Schäden ersetzt und auch der Betriebsausfall - doch die Kunden, die in der Zwischenzeit zum Mitbewerber gewechselt sind, kommen so schnell nicht wieder. "Die beste Versicherung ist die Schadenvermeidung", meint Versicherungsfachwirt Thomas Koch, der viele Jahre als Schadensachbearbeiter und Maklerbetreuer gearbeitet hat. "Dem betrieblichen Risk-Management wird zuwenig Bedeutung beigemessen und sollte immer in Verbindung mit einem Versicherungsmakler geplant werden", so Koch weiter.

Feuer in Produktionshallen oder die Vernichtung von Waren bei Wasserschäden haben oft verheerende Folgen für die Unternehmen. "Wenn der unverzichtbare Versicherungsschutz nicht zusätzlich auch noch ausreichend bemessen wird, kann es auch bei Bestehen einer Versicherung hohe Eigenbeteiligungen geben ("Unterversicherung") und das Unternehmen in Not bringen", so der Spezialist weiter.

Versicherungsgesellschaften bieten Versicherungspakete und Fachspezialisten an

Die Lösungen am Markt sind völlig unübersichtlich. Gerade Gewerbekunden sollten sich nicht bei einem Hausversicherer versichern, sondern lieber über einen Versicherungsmakler den Markt nach den besten Lösungen absuchen lassen. Der kennt sich meistens nicht nur gut aus - er haftet auch für die Richtigkeit seiner Offerten.Ob nun Einzelpolicen für Geschäftsinhaltsversicherung, Geschäftsgebäudeversicherungen, Betriebshaftpflichtversicherungen oder die KFZ-Flotte - oder eben eine All-Risk-Deckung, in der alle Gefahren, alle Standorte und die gesamte Geschäftsausstattung versichert ist - das entscheiden die Gespräche zwischen Versicherungsmakler und Betriebsinhaber. Möglicherweise ist es jedoch besser, verschiedene Versicherungsbausteine individuell zusammen zu tragen, es gibt für beide Maßnahmen gute Gründe. Eines der stichhaltigsten Gründe ist die Bündelung von Versicherungen bei einer Gesellschaft, um größere "Mengen"-Rabatte auszuhandeln. Im Schadensfall wird nicht so schnell gekündigt, weil das Gesamtpaket größere Beitragseinnahmen bringt als eine schadenbehaftete Einzelpolice.

Neben den reinen Kosten für den Wiederaufbau eines Betriebs müssen auch Aufräumungs- und Abbruchkosten versichert werden, wie unter Umständen auch Feuerlöschkosten. Datenweiderherstellungskosten sind dann ebenfalls zu versichern, wenn diese nur mit großem finanziellen Aufwand wiederhergestellt werden können.

Wer sich vorab informieren möchte, kann dies für die Versicherungsbereiche

- gewerbliche Inhaltsversicherung
- Betriebsunterbrechungsversicherung
- gewerbliche Gebäudeversicherung
- Betriebshaftpflichtversicherung
- technische Versicherungen

tun und bekommt einen kleinen Einblick über die vielfältigen Leistungen, die ein Versicherungsmakler für seine Kunden erbringt und dafür haftet wie ein Rechtsanwalt, Notar oder Steuerberater.


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Sonnenbedingter Hautkrebs eines Dachdeckers als Berufskrankheit anerkannt

Ein Dachdecker, der rund vierzig Jahre lang auf Dächern zum Teil ungeschützt der Sonne ausgesetzt war, hatte bösartige Veränderungen der Kopfhaut erlitten und klagte auf Anerkennung als Berufskrankheit.

Das Sozialgericht Aachen erkannte dies in seinem Urteil vom 16.03.2012 an (- S 6 U 63/10 - ) an.

Das Gericht entschied, bösartige Veränderungen der Haut (aktische Keratosen) in Folge starker Sonneneinstrahlung als Berufskrankheit anzuerkennen und stärkte somit die Rechte so genannter Outdoor-Worker, die stets einer erhöhten Gefährdung ausgesetzt sind.

Die zuständige Berufsgenossenschaft lehnte die Anerkennung der Krankheit als Berufskrankheit ab und hatte argumentiert, im Katalog der Berufskrankheiten-Verordnung fehle bislang eine entsprechende Berufskrankheit. Nach ihrer Auffassung war eine Leistung daher abzulehnen.

Doch die Richter sahen es anders. Sie argumentierten, dass im konkreten Fall die Voraussetzungen eines Ausnahmetatbestands erfüllt sind, welche die Anerkennjung auch bislang nicht explizit in die Berufskrankheiten-Verordnung aufgenommene Erkrankungen als so genannte "Wie-Berufskrankheiten" ermögliche. Es sei wissenschaftlich belegt, dass Outdoor-Worker einer erhöhten Gefährdung durch sonnenbedingte UV-Strahlung ausgesetzt seien. Durch die jahrelangen Expositionen eines Dachdeckers bestünde in jedem Fall ein Kausalzusammenhang zwischen der Sonneneinstrahlung und den bösartigen Hautveränderungen, so das Gericht.
 
Sofern Berufs- und andere Krankheiten zusätzlich zu einem Ausfall von Arbeitskraft oder gar in die Berufsunfähigkeit führen, sollte stets rechtzeitig eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen werden. Sie zahlt bei Vorliegen der Voraussetzungen auch dann, wenn die Berufsgenossenschaft nicht zahlt, weil eine Krankheit beispielsweise nicht berufsbedingt war. Auch bei einem Freizeitunfall mit Folgeschäden kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung von großem Nutzen sein und die Private Unfallversicherung sinnvoll ergänzen.


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Unfallversicherung - wenn BU-Versicherung nicht greift?

Wenn sich ein Versicherungskunde nicht zu einer wichtigen Berufsunfähigkeitsversicherung entscheiden kann, wählt er stattdessen oft eine private Unfallversicherung. Sie leistet bei jedem versicherten Unfallgeschehen und oft darüber hinaus.

Immer mehr Freizeitaktivitäten, die vom stressigen Berufsalltag ablenken sollen, aber auch der Blick auf die sich wandelnde Altersstruktur in der Bevölkerung führt zu immer mehr Unfällen, die in der Freizeit geschenen und damit außerhalb der gesetzlichen Unfallversicherung angesiedelt sind. Die private Unfallversicherung leistet 24 Stunden am Tag - also auch und gerade in den Zeiten ohne den ohnehin unzureichenden gesetzlichen Unfallversicherungsschutz.

Wie groß das Unfallrisiko mit möglichen Unfallfolgen ist, lässt sich in einschlägigen Statistiken nachlesen. Sind sie jedoch eingetreten, so sollte nicht nur das Todesfall- oder Invaliditätsrisiko untersucht werden, sondern auch die Versicherung der oft hohen Folgekosten in Form postoperativer Rehabilitationsmaßnahmen im Hinblick auf die engen Leistungskataloge der gesetzlichen Krankenkassen oder Rentenversicherungsträger. Selbst Privatversicherte, die der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht unterliegen oder für die ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis bestand sind davon nicht ausgenommen. Denn die gesetzlichen Rentenversicherungsträger befinden bei der Kostenübernahme von medizinischen Rehabilitationsmaßnahmen über die Wahl des Klinikums, in der sich der Privatversicherte behandeln lassen möchte (§ 1 Abs. 1 und  SGB VI). Hier sind Selbstbeteiligungen an einer Rehamaßnahme von 110 Euro am Tag keine Seltenheit und können Existenz bedrohlich sein, wären sie nicht durch ein Krankenhaus- oder Krankentagegeld abgesichert.

Das Kleingedruckte ist wichtig

Wer einen Unfall erleidet, muss die Voraussetzungen an den Unfallbegriff der Versicherungsbedingungen erfüllen, um eine Ersatzleistung zu erhalten. In den Bedingungen (z. B. AUB 2010) gilt ein Unfall "Als ein plötzlich von außen auf den Körper wirkendes Ereignis, das eine unfreiwillige Gesundheitsschädigung hervorruft". Darunter verstehen die Bedingungen auch Gelenks-, Sehnen- oder Muskelverletzungen an den Gliedmaßen und der Wirbelsäule als Folge einer erhöhten Kraftanstrengung. Als Beispiele werden meist Kollisionen, Stürze oder Unfälle durch chemische oder elektrische Einwirkungen genannt.


Doch wie ist es mit der Eigenbewegung? Also Verletzungen durch Anheben eines schweren Gegenstands, das einen Bandscheibenvorfall nach sich zieht oder das Umknicken des Fußgelenks beim Aussteigen aus einem Auto? Hierbei handelt es sich um Ausschlusstatbestände, die allerdings in manchen Deckungskonzepten von Unfallversicherungsgesellschaften als Einschluss zu finden sein können und somit mitversichert wären.

Leistungsausschlüsse bei Medikamenteneinfluss


Auch hier gelten nach den Versicherungsbedingungen Ausschlüsse, falls ein Unfall infolge von Geistes- oder Bewusstseinsstörungen, von Alkoholeinfluss, Schlaganfällen und epileptischen Anfällen hervorgerufen wird. Würden solche Unfallursächlichkeiten in den Versicherungsschutz eingeschlossen, würde es eine bedeutende Aufwertung bedeuten und gerade die Generation "50 plus" ansprechen, die überproportional davon betroffen sind.
Vorerkrankungen und wie sie beim Unfall mitgewirkt haben

Hat eine Vorerkrankung zum Unfall beigetragen, so ist dieser Anteil am Geschehen zu ermitteln und in Abzug von den Leistungen zu bringen.  Anteile unter 25 % bleiben bei der Zahlung der Versicherungssumme unberücksichtigt. Doch eine Erhöhung oder gänzlicher Ausschluss dieses unberücksichtigten Anteils kann gerade für ältere Menschen ein besonderer Aspekt sein, sich entsprechend abzusichern. Die Ersatzleistung bezieht sich dabei wie immer nur auf die tatsächlichen Unfallfolgen.

 

Obliegenheiten und Anspruchsfristen.

Wenn sich ein Unfall ereignet hat und zu einem erheblichen Personenschaden bis hin zur Todesfolge führte, sind die Angehörigen und Freunde meist in Sorge um den Patienten oder mehr beschäftigt. An Meldefristen bei Unfallversicherungsgesellschaften denkt da meist niemand. Doch der Versicherungsnehmer ist zur unverzüglichen Anzeige beim Versicherer verpflichtet. Und auch bei leichteren Verletzungen muss er umgehend einen Arzt konsultieren. Binnen 48 Stunden ist ein Todesfall beim Versicher anzumelden, doch wer macht das schon im Eifer der Aufregung oder Trauer? Damit ein Verstoß gegen die vertraglichen Obliegenheitsverletzungen nicht zu einer Leistungsablehnung führen kann, sollte ein Versicher gewählt werden, der diese Fristen obligatorisch verlängert.

Die hier genannten Punkte sind nur ein kleiner Überblick darüber, wie Versicherungsgesellschaften einen kleinen Leistungskatalog anbieten oder im gerade so wichtigen Leistungsfall dieselbe verweigern können. Daher sollte eine kritische Prüfung der einschlägigen Bedingungen durch eine Person erfolgen, die einen gesetzlich vorgeschriebenen Überblick über die verschiedenen Absicherungs- und Ausschlussmöglichkeiten des Marktes besitzt: Der Versicherungsmakler. Sie kennen nicht nur die wichtigen Gesellschaften des Marktes, deren Versicherungsbedingungen und deren Schadenregulierungsmethoden, sie kennen auch umfassende Deckungskonzepte für bestimmte Berufsgruppe oder Sportarten, die spezifischen versicherungsschutz beinhalten, die man sonst "von der Stange" nicht bekommt.


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Kombirente für Rentner: Mehr Zuverdienst im Ruhestand

Bislang galt für den Zuverdienst im Rentenalter eine Obergrenze von 400 Euro monatlich. Nach dem Willen der Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) soll sich die neue Zuverdienstgrenze am höchsten Gehalt der letzten 15 Jahre orientieren.

Millionen Vorruheständler, die Altersrente beziehen und zusätzlich arbeiten, könnten schon ab dem nächsten Jahr von der neuen Regelung profitieren.

Die Höchstgrenze für Zuverdienst von Vorruheständler lag bislang bei maximal 400 Euro im Monat. Mehrverdienst wurde schrittweise auf das Altersruhegeld angerechnet. Um aktiven Ruheständlern attraktivere Möglichkeiten des Zuverdienstes zu ermöglichen, soll als neue Obergrenze das Jahr gelten, mit dem in den letzten 15 Jahren vor Eintritt in den Ruhestand das höchste Einkommen erzielt wurde.

Mindestalter der Begünstigung: 63 Jahre

Von der ursprünglichen Planung, den Durchschnittsverdienst aus den letzten drei Jahren der Berufstätigkeit heranzuziehen, wurde abgesehen. Dadurch ergibt sich für nebenbei berufstätige Rentner ein größerer finanzieller Vorteil. Weil oft das Gehalt am Ende des Berufslebens geringer ausfällt, als in "fetten" Jahren zuvor, wurde die 15-Jahre Regelung geschaffen, die Ungerechtigkeiten beseitigen soll.

Allerdings gilt diese Regelung nur für eine begrenzte Anzahl Versicherter: Sie müssen mindestens 63 Jahre alt sein und mindestens 35 Versicherungsjahre belegen können. Nur wer schwerbehindert ist, darf schon mit 60 gehen - allerdings mit einer schrittweisen Anbehbung auf 62 Jahre.
Die Arbeitgeberverbände bewerten diesen Vorstoß der Bundesarbeitsministerin positiv, plädiert aber für einen kompletten Wegfall der Hinzuverdienstgrenzen. Auch Funktionäre im Deutschen Gewerkschaftsbund kritisieren die Kombirente, wenn es um ältere Zuverdiener handelt.  Die "Frankfurter Allgemeine" zitiert das DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach: "Die Kombirente löst die Probleme der Rente mit 67 nicht. Die Betroffenen können dann zu ihrer Altersrente mehr als bislang dazuverdienen, müssen aber höhere Abschläge in Kauf nehmen und bekommen ihre Rente auf Dauer um bis zu 14,4 Prozent gekürzt."

Auch die "Passauer Neue Presse" berichtet, dass die Bundesarbeitsministerin damit rechnet, dass bis zum Jahr 2030 fast 1,4 Millionen Rentner von der geplanten Zuschussrente profitieren werden. Um mehr Geringverdienern als zunächst geplant einen Anspruch auf Aufstockung zu ermöglichen, sollen die Zugangsvoraussetzungen entsprechend günstig gesenkt werden. Dies solle jedoch nicht bedeuten, dass die so genannten "Mini-Renten" nicht pauschal auf 850 Euro angehoben werden. Vielmehr soll sich die Zuschussrente an der Höhe zuvor gezahlter Beiträge bemessen und auf maximal 850 Euro steigen, so der Bericht. "Im Unterschied zu den früheren Überlegungen, wonach alle Begünstigten einheitlich auf den Wert von 850 Euro monatlich angehoben werden sollten, erhält nun eine höhere Zuschussrente, wer selbst mehr geleistet hat", zitiert das Blatt aus dem Konzept.

Diese Begünstigung ist allerdings an Voraussetzungen geknüpft: So müssen die Betroffenen jahrzehntelang Mitglied der gesetzlichen Rentenversicherung gewesen sein. Zusätzlich müssen ab 2019 fünf Jahre Einzahlungen in die Riester-Rente Pflicht sein, um in den Genuss der Zuschussrente zu kommen. Im Laufe der Zeit steigen die Kosten für dieses "Geschenk" um ein Vielfaches: von 90 Millionen Euro im Startjahr 2013 auf 3,39 Milliarden Euro 2030, so das Ministerium.


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Unfallfolgen: Abfindungsvergleiche mit Unfallversicherer kritisch betrachten

Wer voreilig eine Abfindungserklärung beim Versicherer unterschreibt, sollte sich über die Folgen im Klaren sein. BösesErwachen hatte ein Kunde im Beispiel einer Unfallversicherung

Ein Kunde hatte sich eine Verletzung an seiner Schulter zugezogen und sich mit seinem Unfallversicherer nach längeren Verhandlungen auf eine einmalige Abfindung in Höhe von 2.200 Euro verständigt. Die vorgelegte "Vergleichs- und Abfindungserklärung" wurde vom Verletzten selbst unterschrieben und an den Versicherer zurückgeschickt, der daraufhin den vereinbarten Betrag überwies.

Einige Zeit später verschlimmerte sich der Zustand seiner Schulter und der Geschädigte bat seinen Versicherer um eine weitere Zahlung aus der Unfallversicherung. Er begründete die Forderung damit, dass sich die Beweglichkeit der Schulter extrem verschlechtert habe und er die Möglichkeit einer Verschlechterung bei Abgabe der Unterschrift völlig verkannt habe.

Das angerufene Thüringer Oberlandesgericht wies die Berufung des Klägers am 6. Juli 2011 ab (AZ.: 4 U 277/11) und begründete dies damit, dass in diesem Fall keine ungewöhnliche und unzumutbare Härte vorliegt. Wollte der Geschädigte nämlich von seinem umfassenden Abfindungsvergleich abweichen und weitere Forderungen durchsetzen, hätte er belegen müssen, dass ihm ein Festhalten am Vergleich nach Treu und Glauben nicht zumutbar wäre. Dieser Beweis gelang dem Kläger vor dem Oberlandesgericht ebenso wenig, wie zuvor beim Landgericht.

Mit der Unterzeichnung der Abfindungserklärung wurde dem Kläger bekannt gegeben, dass er auf alle zukünftigen Forderungen gegenüber dem Versicherer verzichten würde. Ebenso war darin die Information enthalten, dass die Abfindung auch für den Fall gelte, dass noch Unfallfolgen vorhanden seien oder zukünftig eintreten könnten, die ihm zum Zeitpunkt der Unterzeichnung noch nicht bekannt gewesen seien.

Verschlechterung wurde billigend in Kauf genommen

Die Richter bemerkten weiterhin, dass der Geschädigte bei der Unterzeichnung der Abfindungserklärung eine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes bewusst in Kauf genommen habe. Zudem hatte sein behandelnder Arzt einen Hinweis gegeben, nach dem weitere diagnostische Maßnahmen für eine abschließende Beurteilung der gesamten Unfallfolgen erforderlich seien. Alleine aus diesem Hinweis konnte sich der Kläger nach Ansicht der Richter nicht darauf berufen, seine gesundheitliche Situation völlig zu verkennen.

"Der Kläger kann auch nicht mit Erfolg einwenden, wegen des Eintritts nicht vorhergesehener, die Schadenshöhe betreffender Umstände bestehe ein derart krasses Missverhältnis zwischen Vergleichssumme und Schaden, dass die Berufung seines Versicherers auf den Vergleich mit dem Grundsatz von Treu und Glauben schlechterdings nicht mehr vereinbar sei. Denn die sogenannte Opfergrenze ist hier nicht überschritten", argumentierte das Gericht in seiner Urteilsbegründung.


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Golf-Fahrer und andere leben gefährlich: Linksüberholen auf BAB kostet Strafe

Wer mutig genug ist, einen 40-Tonner-Diesel in einer Baustelle einer Bundesautobahn zu überholen, lebt teuer und gefährlich: Schon VW-Golf oder Mercedes-A-Klasse-Fahrer, die in Baustellen einer Bundesautobahn links überholen, müssen mit Bußgeldern rechnen.Die Wenigsten wissen das und somit kassiert die Polizei munter ab.

Was für diese und weitere insgesamt 70 Prozent aller Fahrzeuge gilt, ist nur Eingeweihten bekannt: Es ist meist der seitliche Sicherheitsabstand, der zum Griff in die Geldbörse führt.

Wer die Breite seines Autos misst, erweitert nicht nur sein Wissen, sondern sollte dabei auch die Seitenspiegel nicht vergessen, denn die zählen bei der Errechnung der Breite mit. Vergleicht man dann seine neu gewonnenen Erkenntnisse mit der rund 30 Jahre alten "Richtlinie für die Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen", stellen die meisten zur eigenen Verwunderung fest, dass ihr Auto breiter ist als zwei Meter. So viel bleibt nämlich noch von den 2,50 Metern eines Fahrstreifens übrig, nachdem man links und rechts jeweils 25 Zentimeter Sicherheitsabstand abgezogen hat. Und "abgezogen"fühlen sich dann auch manche Autofahrer, wenn am Ende der Baustelle die Kelle winkt. Und es trifft nicht nur Fahrer von Fahrzeugen, die Staatslimuousinen gleichen und Sterne oder ineinander geschwungene Ringe oder Nieren zeigen, sondern auch deren kleine Brüder und Schwestern wie den Audi A3, BMW-X1, Honda-Civic oder die bereits genannten VW-Golf und Mercedes A-Klasse. Alle haben auf den linken Fahrstreifen in Autobahn-Baustellen nichts zu suchen.

Besonders oft wird in Unfall-Brennpunkten gefahndet, in denen es häufig kracht. Wer nämlich konzentriert und höchst verkrampft (s)einen 40-Tonner Diesel mit Anhänger links überholt, sorgt potenziell auch für einen ungewollten Anstieg der Unfallzahlen, die in den letztenb Jahren stark angestiegen sind. Verunglückten 2008 noch 1600 Personen, waren es 2010 schon mehr als 2000. Ein Jammer, wenn wegen eines geringen Zeitvorteils der sorgsam gepflegte Schadenfreiheitsrabatt der KFZ-Haftpflichtversicherung flöten geht. Schon länger ist die Polizei alarmiert und zückt überall dort das Ordnungswidrigkeitenheft, wo die Breite überschritten wurde. Dazu fotografieren die Streifenbeamten die Fahrzeuge und gleichen sie mit den vorliegende Tabellen ab. Es sind zwar nur 20 Euro Bußgeld, doch rechnet es sich für die Kommunen alle Mal. Gerade zwischen Bremen und Hamburg, Dortmund und Schwerte und die A52 bei Marl wird besonders häufig gefahndet und brachte 2010 allein für das östliche Ruhrgebiet 5.312 Autofahrern ein Knöllchen.

Wer sich nach einem Blick in seinen Fahrzeugschein sicher fühlt, könnte sich täuschen. Denn nach gängigem EU-Standard wird die Breite eines Fahrzeugs ohne Außenspiegel gemessen. Die Polizei hingegen misst inklusive Spiegel - und das macht den Unterschied aus. Damit müssen sich nicht nur Porsche-Fahrer hinter dem Truck einreihen, sondern auch die Fahrer zahlreicher Mittelklassewagen. Einzige Hoffnung für gebeutelte Überholerknöllchen: Die Fahrbahnen in Baustellen müssen um 10 cm verbreitert werden. Dann dürfen wieder rund 80 Prozent aller Autos den Überholvorgang einleiten. Nachdem sich die Bundesregierung der Sache durch Bundesverkehrsminister Ramsauer angenommen hat, reagierte Nordrhein-Westfalen als Erste: Die Landesregierung passte die Fahrbahnbreite in Autobahn-Baustellen an und setzte bereits ab Februar 2012 fest, dass alle Fahrstreifen mindestens für eine Fahrzeugbreite bis 2,10 m Außenspieel zugelassen werden sollen.

Sie haben Fragen? Dann stehen wir Ihnen für Fragen gerne zur Verfügung.


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Immer wieder Streitfall bei Kündigung von Versicherungen. Versicherungsmakler helfen!

Wenn bei einer Beratung festgestellt wird, dass teure Versicherungsverträge noch längere Laufzeiten haben und somit nicht vorzeitig gekündigt werden können, ist Ärger mit den Versicherungsgesellschaften vorprogrammiert.

Versicherungsmakler haben jedoch stets dafür zu sorgen, den Kunden mit den bestmöglichen Versicherungsverträgen auszustatten. Doch manche Versicherungen wollen der Vertragskündigung nicht zustimmen.

Als am 1. Januar 2008 das Versicherungsvertragsgesetz zu Gunsten der Versicherungskunden geändert wurde, betraf es auch die Kündigungsfristen, denen Versicherungsverträge unterliegen - sie wurden gekürzt. Doch viele Versicherungsgesellschaften mauern bei der Einsicht, länger laufende Versicherungsverträge aufzuheben.Ein Fall für den Versicherungsmakler.

Das Amtsgericht Düsseldorf hatte sich mit der Frage zu beschäftigen, ob ein ursprünglich 5 Jahre dauernder Unfallversicherungsvertrag nach dem neuen VVG auf drei Jahre reduziert werden kann, so dass eine frühere Kündigungsmöglichkeit besteht. Ein Kunde wollte sich nicht damit abfinden, seine Unfallversicherung die gesamte Zeit aufrecht zu erhalten und berief sich auf den § 11 Abs. 4 des neuen VVG. Allerdings lehnte die Versicherungsgesellschaft die Kündigung ab und begründete dies damit, dass die Änderungen des VVG nicht für Altverträge gelte und berief sich auf Übergangsfristen.

Die Klage des Versicherungskunden vor dem Amtsgericht Düsseldorf wurde zu seinem Vorteil beschieden, die Laufzeit der besagten Versicherung musste auf drei Jahre verkürzt werden.(AZ 45 C 10776/09)

Nach Auffassung der Richter endet ein mehrjähriger Versicherungsvertrag nach § 11 Abs. 4 des neuen VVG vorzeitig.


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Vorzeitig in Rente gehen, sollte gut überlegt und geplant sein

Wer nach 35 und mehr Jahren Arbeit in den vorzeitigen Ruhestand wechseln will, sollte lange vorher die zwangsläufigen Abschläge intensiv prüfen - mindestens fünf Jahre vor beabsichtigter Altersrente.

Allein 2009 haben rund 370.000 Versicherte die Möglichkeit genutzt, vorzeitig in Altersrente zu gehen, so die Deutsche Rentenversicherung in einer Veröffentlichung. Wer diesen Schritt überstürzt, erlebt mitunter böse Überraschungen, denn nicht jeder kann es sich leisten, vorzeitig in den Ruhestand zu gehen. Finanzieller Notstand kann die Folge sein.

Wer früher in Rente geht, erhält zwangsläufig länger Rente als vergleichsweise Gleichaltrige, die länger arbeiten und in die Rentenkasse einzahlen. Somit müssen die früher in Rente gehende entsprechende Abschläge hinnehmen. Die Wenigsten haben eine Vorstellung von der Bedeutung eines 0,3 %igen Abschlags für jeden Monat, den ein Arbeitnehmer vor Erreichen der Regelarbeitsgrenze in den Ruhestand geht. Damit reduziert sich die Rente legenslang um jährlich 3,6 Prozent und gilt auch für eine spätere Hinterbliebenenrente.

Wer diese Kürzung ausgleichen will, muss zusätzlich in die Rentenkasse einzahlen und steht vor der Überlegung, ob nicht eine private Absicherung dafür besser geeignet wäre, weil sie eine höhere Rendite verspricht. Mindestens 54 Jahre alt muss ein Arbeitnehmer sein, um eine vorzeitige Altersrente beziehen zu wollen. In einem Beratungsgespräch mit Ihrem unabhängigen Renten- oder Versicherungsmakler kann zusätzlich geklärt werden, ob sich eine zusätzliche Zahlung von Beiträgen wirklich lohnt oder eine private Absicherung sinnvoller ist.

Wissen vermeidet unwiderrufliche und somit teure und vermeidbare Fehler

Um den notwendigen Einblick in diese komplexe Thematik zu erhalten und um Fehler zu vermeiden, ist eine intensive Beschäftigung mit seiner eigenen Situation verbunden. Mindestens fünf Jahre vor dem möglichen vorzeitigen Ruhestand sollte das Thema auf den Tisch kommen und dann intensiv von allen Seiten durchleuchtet werden. Dazu gehört auch der Check der eigenen privaten Absicherung über Lebens- oder Rentenversicherungen. Wer beispielsweise Versicherungsverträge vorzeitig kündigt, muss auch hier schmerzhafte Abschläge hinnehmen. Daher sollte man sich die Höhe möglicher Rückkaufswerte bescheinigen lassen und prüfen, ob die ausgezahlte Summe dann noch zum Leben reicht - notfalls auch für 35 Jahre und länger. Wer im Rahmen seiner Rentenversicherung sein Wahlrecht, ob Kapital oder Rentenzahlung, wahrnehmen möchte, sollte auch hier beide Optionen gründlich prüfen. Auch Aktienfonds gehören auf den Prüfstand, denn wenn gerade Flaute auf dem Aktienmarkt ist und die Kurse im Keller sind, sollte das Geld auf die nächste Rally warten.

Grundsätzlich gilt: mit 65 oder zukünftig mit 67 Jahren muss man nach derzeitiger Regelung spätestens in Altersrente gehen. Wer 35 Jahre Versicherungszeit nachweisen kann, darf auch schon mit 63 Jahren gehen, muss aber auch hier Abschläge hinnehmen.

Momentan können auch die Geburtsjahrgänge bis 1951 Rente wegen Arbeitslosigkeit und nach Altersteilzeit in Anspruch nehmen. Auch hier gilt die Regelung ab 63 Jahren und mit Abschlägen.

Wer vor 1952 geboren ist, 35 Versicherungsjahre vorweist und schwerbehindert ist, kann ohne Abschläge mit 63 Jahren in den Altersruhestand gehen, mit Abschlägen bereits mit 60. Für die Jahrgänge 1952 - 1963 wird diese Grenze auf das 65. Lebensjahr angehoben. Wer aus diesen Altersjahrgängen früher gehen will, muss dann ebenfalls Abschläge hinnehmen.

Für Frauen gilt eine andere Regelung: Sie können bereits mit 60 Jahren in den Ruhestand gehen, allerdings nur noch für die Geburtsjahrgänge bis 1951. Hier ist eine besondere Abwägung erforderlich, denn wer als Frau vor dem eigentlichen Rentenalter in den Ruhestand wechseln will, muss Rentenabschläge bis zu 18 Prozent hinnehmen.

Wissen Sie, ab wann Sie in Altersrente gehen wollen? Dann informieren Sie sich JETZT!


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